12.Kulturtage in Rerik vom 8. - 10. Sept. 2016
Der Schriftsteller Alfred Andersch 1914-1980

1914 4. Februar: Alfred Hellmuth Andersch wird in München als Sohn eines Offiziers geboren.

1932-1933 Organisationsleiter des kommunistischen Jugendverbandes in Südbayern. Wegen dieser Arbeit wird Andersch 1933 für sechs Monate im Konzentrationslager Dachau interniert.

1943 Einzug zum Kriegsdienst.

1944 Andersch läuft an der Arno-Front in Italien zu den Amerikanern über.

1946/47 Zusammen mit Hans Werner Richter gibt Andersch die literarisch-politische Wochenzeitschrift "Der Ruf" heraus.

1947 Gründungsmitglied der "Gruppe 47". Dieser Zusammenschluß von Schriftstellern und Publizisten setzt sich für ein neues, demokratisches Deutschland ein und bestimmt das Bild der westdeutschen Literatur bis in die 60er Jahre hinein.

1948 Veröffentlichung des Essays "Deutsche Literatur in der Entscheidung".

ab 1948 Leitende Tätigkeit bei Rundfunksendern in Frankfurt und Hamburg.

1952 Veröffentlichung des autobiographischen Romans "Die Kirschen der Freiheit", in dem er über seine Desertation im Zweiten Weltkrieg berichtet und seine Flucht begründet.

1955 Leitung der literarischen Sendereihe "Ein Buch und eine Meinung" im Süddeutschen Rundfunk.

1955-1957 Herausgeber der literarischen Zweimonatsschrift "Texte und Zeichen".

1956-1958 Leitung der Sendung "Radio-Essay" beim süddeutschen Rundfunk.

1957 Veröffentlichung des Romans "Sansibar oder der letzte Grund". Dieser Roman thematisiert das Problem der Verwirklichung individueller Freiheit: fünf Menschen sind auf der Flucht vor dem totalitären System. Das Buch wird in mehrere Sprachen übersetzt.

1958 Andersch zieht in die Schweiz.

1960 Veröffentlichung seiner Hörspiele "Der Tod des James Dean", "Der Albino", "Von Ratten und Evangelisten" und "In der Nacht der Giraffe" sowie des Romans "Die Rote".

1962 Veröffentlichung des Reiseberichts "Wanderungen im Norden".

1966 Veröffentlichung des Reiseberichts "Aus einem römischen Winter".

1967 Verleihung des Nelly-Sachs-Preises der Stadt Dortmund. Der Roman "Efraim" erscheint. Er berichtet von einem aus Deutschland emigrierten jüdischen Journalisten, der aus seiner Realität ausbrechen möchte und vergeblich versucht, in einem Roman seine von Selbstzweifeln bedrohte Person als literarische Kunstfigur zu konstituieren.

1968 Verleihung des Charles-Veillon Preises.

1970 Anderschs Fernsehfilm "Die Entwaffnung" wird gesendet.

1972 Veröffentlichung der Prosa "Norden Süden, rechts und links".

1975 Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

1980 21. Februar: Alfred Andersch stirbt in Berzona bei Locarno in der Schweiz. Veröffentlichung des Essays "Der Vater eines Mörders"



(at/iz)

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